Plädoyer für den Datenschutz |
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Nach den Terroranschlägen in den USA fordern Politiker in aller Welt - auch Innenminister Schily -, verschiedene Bürgerrechte einzuschränken. Der Datenschutz soll weichen, um den internationalen Terrorismus effektiver zu bekämpfen. Im Schatten der Fassungslosigkeit gegenüber den Bildern aus New York vergessen Befürworter dieser Forderung, dass eine Lockerung des Datenschutzes im digitalen Zeitalter fatale Folgen hat. Jeder Schritt, den ein Mensch heutzutage macht, wird im Computer erfasst, sei es, dass er heiratet, dass er im Restaurant mit der Kreditkarte bezahlt, dass er Medikamente gegen Bluthochdruck verschrieben bekommt oder dass er von Düsseldorf aus mit dem Handy nach Istanbul telefoniert. Wenn die Staatsgewalt ungebremsten Zugriff auf die vollständigen Datenbilder der Bürger bekommt, leben wir nicht mehr in einer freien Gesellschaft, sondern im Überwachungsstaat. Selbst die verschlüsselte Verbindung zur Online-Bank stünde für Befugte und schlimmer noch für Unbefugte offen. Im Gegensatz zu totalitären Regimen der Vergangenheit, verfügen Geheimdienste der Gegenwart über die technische Ausstattung, diese Datenmengen automatisiert zu bewältigen. Ein Vertreter der freien Software-Bewegung, dessen Büro der New Yorker Anschlag zerstörte, hat es so formuliert: "Wir müssen uns daran erinnern, dass wir nicht die Freiheit schützen können, indem wir sie beseitigen."
Editorial in Heft 12/2001 des PC-Magazins
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Letzte Änderung: 1. Februar 2006 |